Das handschriftliche Testament: So machen Sie es rechtssicher
Ein handgeschriebenes Testament klingt einfach – birgt aber rechtliche Fallstricke. Fünf Grundregeln, damit Ihr letzter Wille wirksam umgesetzt wird.

Ein handgeschriebenes Testament klingt einfach – birgt aber rechtliche Fallstricke. Wer sicherstellen will, dass sein letzter Wille später auch tatsächlich umgesetzt wird, sollte einige Grundregeln beachten. Wir erklären, worauf es wirklich ankommt.
Was ist ein handschriftliches Testament?
Ein sogenanntes eigenhändiges Testament ist eine Verfügung von Todes wegen, die vollständig mit der Hand geschrieben und unterschrieben werden muss (§ 2247 BGB). Es ist eine einfache, aber rechtlich wirksame Form, den eigenen Nachlass zu regeln – wenn sie korrekt umgesetzt wird.
5 Punkte, die Sie beachten sollten
1. Eigenhändigkeit & Unterschrift
Das gesamte Testament muss handschriftlich verfasst und unterschrieben sein – mit Vor- und Nachnamen. Die Unterschrift muss unter dem Text stehen, nicht daneben.
Tipp: Zusätze, wie „Ort, Datum“ oder Ergänzungen, ebenfalls unterzeichnen.
2. Nur Sie dürfen schreiben – keine Vertretung
Ein Testament darf nur von Ihnen persönlich erstellt werden. Sie können niemanden bevollmächtigen oder das Schreiben delegieren (§ 2064 BGB).
3. Eindeutiger Testierwille
Es muss klar sein, dass es sich um ein Testament handelt. Schreiben Sie z. B. oben drüber: „Mein Testament“ oder „Mein letzter Wille“.
Auch der Einstieg sollte klar sein, etwa: „Ich, Max Mustermann, geboren am …, wohnhaft in …, bestimme Folgendes …“
4. Ort & Datum angeben (empfohlen)
Geben Sie Ort und Datum an. Auch wenn das Fehlen nicht zur Ungültigkeit führt, kann es zu Problemen führen – z. B. wenn mehrere Testamente existieren (§ 2247 Abs. 2 BGB).
5. Sicher hinterlegen
Sie können das Testament:
- zu Hause aufbewahren – die Familie sollte wissen, wo es liegt
- beim Amtsgericht verwahren lassen (§ 2248 BGB)
- einem Notar übergeben, der es offiziell hinterlegt (§ 2232 BGB)
Was passiert, wenn etwas fehlt?
Ein fehlerhaftes Testament kann dazu führen, dass es nicht beachtet oder vor Gericht angezweifelt wird. Typische Fehler:
- Keine Unterschrift
- Nicht vollständig handgeschrieben
- Unklarer Wille („Briefcharakter“)
- Keine eindeutige Begünstigung
Lieber einmal sauber regeln – als später streiten
Ein handschriftliches Testament ist eine einfache Möglichkeit, seinen letzten Willen zu regeln – wenn man die Regeln kennt.
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